Wir haben 100 Leute gefragt: welche beiden Länder produzieren zusammen rund 50% des weltweiten Kaffees? Eine nur hintergründig wichtige Angelegenheit, aber der Startschuss zum Donnerstagsplausch dieser Woche. Eindrücke zu Yasujiro Ozus Frühwerk „Ich wurde geboren, aber…“ werden ausgetauscht, die neue Netflix Eventserie „3 Body Problem“ hat womöglich auch mindestens 1 Problem, und „X-Men 97“ ködert mit Comic-Mutanten-Nostalgie.
Ganz frisch angelaufen und gesehen auch schon Amazons „Fallout“ und damit Aufhänger für einen allgemeinen Blick auf das Kino und die Apokalypse. Das Ende der Zivilisation, egal ob durch Atomkrieg, Klima oder Zombies. Von Mad Max über Children of Men, 70er Paranoia Kino, A Quiet Place und ganz aktuell Civil War. Die Kino-Apokalypse: Warnung vor oder Reaktion auf unsere Gegenwart?
Manuel, Christian und ein überkoffeinierter Daniel folgen zunächst dem neu geschaffenem Schlagwort „twatschen“ (#twatschen) und sprechen über den wunderbaren Metroidvania Jung-Klassiker „Ori and the Blind Forest“, hinterfragen das System Sebastian Fitzek und besprechen den bald im Kino anlaufenden „Civil War“, der gemeinsam in einer Sneak gesehen wurde.
Über Umwege stehen plötzlich Zack Snyder und „Watchmen“ im Raum und schon erinnert man sich, dass Snyder ganz frisch eine neue Schnittfassung von „Sucker Punch“ forderte. Bei Langfassungen ist ein Ridley Scott nicht fern. Und natürlich holt man sich Oliver Stone, Terrence Malick und Francis Ford Coppola gleich mit ins Boot. Was soll das eigentlich mit den ganzen neuen Fassungen und angeblichen Director’s Cuts? Wir gehen dem ein wenig nach…
Manuel, Daniel und Christian würzen die Warmup-Phase mit ein wenig Spice Girls Fachsimpelei an, ehe es anekdotisch zum Nonnenhorror „Immaculate“ im Kino geht. Es wird noch einmal an den kleinen Indie-Film „Dune Part 2“ erinnert und der Streaming-Anbieter Mubi hat unter anderem das Drama „Broker“ im Angebot.
Dann aber (ab 30:00 Minuten) zu den Hausaufgaben. Vorab ausgewählte Filme, die nun ausführlich besprochen werden. Zu Beginn sind wir beim Coming-of-Age- (?) und Familiendrama „20.000 Arten von Bienen“ bei Mubi. Das politische Thrillerdrama „A Touch of Sin“ (ab 1:00:00) trotzt bissig der heimischen Zensur. Und die „Gran Turismo“ (ab 1:20:00) Verfilmung versucht den Spagat aus Videospielverfilmung und Biopic.
Und wer Anfang Mai vollinformiert dabei sein will, bekommt am Ende drei neue Aufgaben auf den Spickzettel.
Die großen Geister Manuel, Daniel und Christian haben sich im Geiste versammelt und haben die geistreiche Idee, sich erst einmal mit Seh-Anekdoten aufzuwärmen. „Imaginary“ im Kino gibt sich als Mischung aus „M3gan“ und „Ted“. Amazon schmeißt das „Road House“ Remake direkt ins Streaming und liefert den Swayze-Klassiker (Klassiker?) direkt mit. Und „Ghostbusters; Frozen Empire“ geht ohne Anna und Elsa selbst eingefleischten Ghostbusters-Fans ein kleinwenig auf den Geist.
Das führt unweigerlich zur großen Frage, wie das Kino Geister, Gespenster, Dämonen und Co. denn sonst so regelt. Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen diesen Kreaturen und gibt es da wirklich festgelegt Regeln? Kann man zwischen Casper, Poltergeist und Conjuring wirklich problemlos zu Chuckie und The Sixth Sense wechseln? Und wie läuft das infernen Kulturen, z.B. in japan mit The Ring und Onibaba?
Bevor Manuel, Daniel und Christian die große Frage des Lebens, was denn nun der Fisch kostet, unbeantwortet lassen, werden im Warm-Up Seh- und Spieleindrücke ausgetauscht. „How to have Sex“ (noch so eine große Frage des Lebens) faszinierte als Drama, Netflix‘ Fantasy-Versuch „Damsel“ ist in distress und die Neuauflage des Spiels „Brother: A Tale of two Sons“ ist eine Koop-Herausforderung.
Dann wird es hitzig, schwitzig, musikalisch, wenn wir ins Nostalgie-Füllhorn der immerwährenden Bravo Hits blicken. Waren es wirklich musikalische Sternstunden der Kindheit und frühen Jugend oder gab es schlicht nichts Anderes? Kein Internet, kein YouTube, kein Spotify. Die Euro-Dance Tage der 90er, halb vergessene Kuriositäten der deutschen TV-Kultur und vielleicht auch ein paar echte Hits.
Mit der schwerwiegenden Frage „Was ist eigentlich A“, plaudern sich Manuel, Daniel und Christian warm. Filme mit „A“ und Filme mit „American…“ – Konfusion vorprogrammiert. Der Episoden-Horror-Stummfilm „Häxan“ ist im doppelten Sinne eine spannende Geschichtsstunde.
Frisch bei Netflix gelandet ist der Animationsfilm „Orion und das Dunkel“, in dem ein Junge seine Ängste (insbesondere vor der Dunkelheit) zu überwinden versucht. Und von Orion ausgehend bringen wir Licht ins Diskussions-Dunkel, um zu ergründen, wie sich Dunkelheit bzw. die Nacht im Kino äußert, wie sie dargestellt und wie sie genutzt wird.
Das experimentelle „War das eine Gestalt oder nur ein Fleck auf der Linse“ Spiel von „Skinamarink“ macht den Startschuss. Dunkelheit als Grundlage des Filmemachens, quasi-moderne Nachtaufnahmen der Marke „Collateral“, das Licht-Dunkel-Chaos des Found Footage Subgenres, Stilisierung wie bei „Caligari“ und Abgründe wie bei „The Descent“
Vor der Pflicht kommt bekanntlich (?) die Kür. Und Manuel, Daniel und Christian lassen es sich dabei nicht nehmen, über Netflix‘ neue „Avatar: Herr der Elemente“ Remake-Serie zu sprechen. Insbesondere einer der Runde ist ein ausgesprochener Fan der Originalserie und muss sich zusammenreißen, das neue Werk nicht zu sehr zu sezieren.
Im Hauptgang (ab ca. 32:00 Minuten) wird sich dann den Hausaufgaben gewidmet. Drei vorab ausgewählte Filme, die für jeweils zwei Teilnehmer der Runde Neuland waren. Zunächst geht es arthousig in die surreale Welt von Luis Bunuels „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“. Der mal schrille, mal sensible Slice-of-Life Anime „Words bubble up like Soda Pop“ wird aus dem Netflix-Haufen gefischt. Und der deutsche Drama-Film wird mit dem deutsch-türkischen Beitrag „Es gilt das gesprochene Wort“ vorgestellt.
Natürlich gibt es am Ende drei neue Hausaufgaben. Diese werden dann nächsten Monat besprochen. Mitgucken und mitmachen lohnt sich.
Zum Warmwerden engagieren sich Manuel, Daniel und Christian gegen das Vergessen, indem das Remaster der originalen Tomb Raider Trilogie besprochen wird, über Tools Meisterwerk Lateralus geschwärmt wird, und über David Lynchs Lost Highway geheizt wird. Und zwei von drei Moderatoren lernen, was denn genau ein Kusselkopp ist.
Im Hauptteil wollen wir Welten entdecken. Oder verstehen, wie man im Filmen, Spielen oder Geschichten generell Welten lebendig werden lässt. Es geht um Worldbuilding vs. Zustandsbuilding, die Einflüsse von Historie und Milieu, bis hin zur Phantastik. Wie stellen insbesondere Genregeschichten ihre neuen Schauplätze und Regeln vor, sei es in Panem, im Wasteland von Mad Max, in der Wizarding World oder auf Dune.
Wir pfeifen auf den Karneval, denken sich Manuel, Daniel und Christian, die sich am Abend nach dem Super Bowl zusammenfinden, um aus dem prall gefüllten Media-Topf zu greifen.
Das Pre-Game Warmup befasst sich mit Videospielen vergangener Tage und mit den vergessenen Studios hinter diesen Spielen. „Die Farbe lila“ kommt in den deutschen Kinos nur bedingt groß raus, was womöglich auch an unserer Verbundenheit mit Stephen Spielberg liegt. „Delicious in Dungeon“ ist der neue Anime-Appetitanreger bei Netflix. Und die „Nackte Kanone“ Trilogie lässt uns wehmütig an gute Filmparodien denken.
Dann ist Anpfif für das große Spiel, wo wir mit gefährlichem Halbwissen (wenn überhaupt) glänzen, Ushers Halbzeitshow beurteilen und feststellen, dass Taylor Swift vermutlich größer ist als der Super Bowl. Final geht es schließlich um die neuen Trailer, die für teuer Geld während des SB vorgestellt wurden: „Twisters“, „Deadpool & Wolverine“, „Wicked“, Planet der Affen u.a.
Im Rahmen der semi-offiziellen Traum-Reihe geht es bei Manuel, Daniel und Christian heute erst einmal um klassische „Mir fallen die Zähne aus“ Träume. Es wird übers Fahrradfahren philosophiert, über Nicole Kidman gesprochen und über den Filmklassiker „Lola Montes“. Es erscheint unwahrscheinlich, dass der aktuelle Kinofilm „Argylle“ ein großer Klassiker wird, wohingegen Netflix‘ Standup-Comedy Programm ohnehin etwas ganz Anderes ist.
Im Kern aber steht die Frage: was, wenn Filmemacher selbst Filmfans sind und Filmtipps geben? Wann hat ein Filmtipp besonderen Reiz für uns? Und kann so eine Filmfan-Äußerung Auswirkung auf die Wahrnehmung der Regiearbeit des Regisseurs haben? Was lernen wir vom nimmer-müden Cinephilen Scorsese? Von einem Geek wie Tarantino? Was nehmen wir von Prominenten bei Letterboxd oder im Criterion Closet mit? Und wie lässt sich mit Michael Bay und Steven Spielberg der Generationseffekt erklären?